Kurzchronik über den SC Opel Rüsselsheim

und sein Verhältnis zur Firma Opel

1906 – Die Gründung
Der SC Opel ist der viert ältestes Fußballverein im Kreis Groß-Gerau. Aus Überzeugung und Begeisterung, hinter dem Ball herzujagen, trafen sich neun junge Männer am 12. August1906 und gründeten den Sportclub Borussia 06 Rüsselsheim.

1928 – Der Namenswechsel
Im April 1928 fasste eine außerordentliche Mitgliederversammlung den Beschluss, den Namen in Sport-Club Opel 06 Rüsselsheim zu ändern. So wurde dokumentiert, dass die Mehrzahl der Spieler im großen Werk beschäftigt war. Die Hoffnung auf eine bessere finanzielle Unterstützung durch die Firma Opel erfüllte sich nicht im erwünschten Maße, obwohl man die Farben schwarz-gelb trug und Heinrich von Opel als Mitglied gewann.

1935 – Aufstieg in die Gauliga
5000 Zuschauer verfolgten am 24. März 1935 am Sportplatz an der Haßlocher Straße das Aufstiegsspiel gegen FV Saarbrücken. Landwirte stellten Fuhrwerke als Tribüne zur Verfügung. Das 0:0 sollte später beiden Teams reichen, in die Gauliga Südwest, höchste damalige Spielklasse, aufzusteigen. Es folgten Spiele gegen Fortuna Düsseldorf, Alemania Aachen, Eintracht Frankfurt und andere prominente Gegner.

1937 – Streit um den Namen
Ende 1937 sollte der Name geändert werden, da sich bei der Firma Opel eine Betriebssportgemeinschaft gegründet hatte, die den Namen Opel tragen sollte. Die Aberkennung des Namens konnte der Sport-Club verhindern, da es sich um einen eigenständigen Namen handelte, der nicht von der Firma verliehen worden war.

1940 – Aus der Fusion wird nichts
1940 wurde in einer Mitgliederversammlung der Antrag gestellt, mit der Betriebssportgemeinschaft Opel einen Verein zu bilden. Nach harten und emotionalen Diskussionen wurde vereinbart, den Antrag bis zur Beendigung des Krieges zurückzustellen.

1950 – Opel übergibt Sportgelände
Am 9.2.1950 übergab die Geschäftsleitung der Firma Opel das wieder instandgesetzte Opel-Sportfeld, das an der Straße nach Bischofsheim in der Nähe der Schmiede lag, dem SC Opel Zur Saison 1962/63 kam Erich Bäumler, früherer Nationalspieler für Eintracht Frankfurt, inzwischen bei Mainz 05, zum SC Opel. Es gelang die Meisterschaft in der 2. hessischen Amateurliga und in der darauffolgenden Saison der Durchmarsch in der 1. hessischen Amateurliga und somit 1964 der Aufstieg in die Regionalliga Süd – somit war der SC Opel Zweitligist.

1961 – Mit dem Bus zum Aufstieg
Bereits ab 1961 hatte die Firma Opel dem SC Opel für seine Auswärtsspiele einen Bus mit Fahrer zur Verfügung gestellt. Am 2. Januar 1966 verlor der SC Opel ein Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach, bei der unter anderem Berti Vogts, Günter Netzer und Jupp Heynckes spielten.

1968 – Antrag auf Namensänderung
Bei der Mitgliederversammlung im Hotel Adler im Mai 1968 wurde der Antrag gestellt, den Namen des Vereins zu ändern, da die Firma Opel ihn nicht genügend unterstütze. Der Antrag wurde nach langer Diskussion zurückgenommen.

1972 – Abstieg aus der Regionalliga
Am Ende der Regionalliga-Saison 1971/72 war der SC Opel nach sieben Jahren in der zweithöchsten Klasse mit 44:66 Toren und 30:42 Punkten als 17. abgestiegen.

1972 – Streit um Fernsehrechte
Fast das ganze Jahr 1972 führte der Verein einen Streit mit den deutschen Rundfunk- und Fernsehanstalten, da diese bei Übertragungen nicht den vollständigen Namen SC Opel erwähnten, sondern nur vom SC Rüsselsheim sprachen, offenbar weil sie Werbung für das Unternehmen Opel verhinderten wollten. Unterstützung erhielt der SC Opel unter anderem vom SV Bayer 04 Leverkusen, der nur als SV 04 Leverkusen erschien. Man ging so weit, den Rundfunk- und Fernsehanstalten den Zutritt zu den Heimspielen zu verwehren.

1975 – Sportliche Talfahrt
Sportlich ging es bergab: von der Oberliga ging es über die Landesliga 1975 dann in die Bezirksklasse Darmstadt. Dafür lag 1978 der Schuldenstand erstmals unter 100000 DM. Sportlicher Tiefpunkt war 1982 der Abstieg in die Kreisliga A.

1990 – Benefizspiel gegen die Bayern
Am 25.2.1990 bestritt der SC Opel vor 7000 Zuschauern im Stadion ein Benefizspiel aus Anlass des S-Bahn-Unglücks in Rüsselsheim, bei dem 17 Menschen starben und viele schwer verletzt wurden, darunter der Vorsitzende des SC Opel, Peter Wagner. Der Erlös betrug 70 000 DM für Härtefälle der Opfer und ihrer Angehörigen. Der FC Bayern, damals Werbepartner der Adam-Opel-AG, gewann 7:2.

1995 – Fußball auch für Frauen
Im Juli 1995 war die Gründungsstunde für Mädchen- und Frauenfußball beim SC Opel, die in der Bezirksklasse begannen. Aktuell spielt das erste Damenteam Oberliga, in der Saison 2016/2017 gelang der Aufstieg in die dritte Liga (Regionalliga), doch der knappe Abstieg konnte nicht verhindert werden.

2011- Krise löst Medieninteresse aus
Ob RTL, Mex€, Bild am Sonntag oder Tagesthemen: 2011, auf dem Höhepunkt der Existenzkrise bei der Adam-Opel-AG, gaben sich Filmteams und Journalisten auf der Suche nach neuen Motiven zur Unternehmenssituation auch beim SC Opel die Klinke in die Hand. Der gewünschte ideale Gesprächspartner: Ein Spieler, dessen Familie seit mindestens drei Generationen beim Opel arbeitet und der jetzt aus Sorge um seinen Arbeitsplatz das Tor nicht trifft.

2012 – Lokales Sportsponsoring
2012 nahm die Adam-Opel-AG wieder ihr lokales Sportsponsoring auf, das die hochklassigen Sportvereine in Rüsselsheim und auch den SC Opel mit je 5000 Euro im Jahr fördert. Aktuell steht die Verlängerung dieses Vertrags an.

2013 – Opel-Family-Cup
2013 richtete der SC Opel eine Zwischenrunde beim ersten Opel-Family-Cup aus. Es folgen Wiederholungen in den Jahren 2014, 2015 und 2016.

2014 – Werksmeisterschaft
2014 greift die Adam-Opel-AG eine Tradition aus den 1990-er Jahren wieder auf und veranstaltet eine Fußball-Werksmeisterschaft. Mit der Ausrichtung beauftragt sie wie früher den SC Opel. Es folgen die Werksmeisterschaften 2015, 2016.

2016 – Ostercamp des BVB
2016 richtet der BVB mit Unterstützung von Opel erstmals ein Oster-Fußballcamp auf dem neuen Clubgelände des SC Opel aus. 2017 gibt es eine Wiederholung.